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Nach der Geburt: Wieder Lust auf Sex?

Wenn das Baby da ist, kommt die Zweisamkeit bei vielen Paaren ohnehin zu kurz. Auf einiges zu verzichten, ist vielleicht noch in Ordnung. Doch kaum jemand will das Liebesleben nach der Geburt komplett an den Nagel hängen. Was aber ist zu beachten, wenn die jungen Eltern ihre Lust wiederentdecken?

Das raten die Mediziner

  • Grundsätzlich können Sie Sex haben, sobald Ihnen wieder danach ist.
  • Eine kleine Einschränkung bringt die durch den Wochenfluss bedingte ganz leicht erhöhte Infektionsgefahr mit sich. Dabei handelt es sich um das Wundsekret, das nach der Ablösung der Plazenta aus der Gebärmutter austritt. Es versiegt erst nach etwa vier bis sechs Wochen und Sie sollten ein Kondom benutzen, wenn Sie vorher zusammen schlafen möchten.
  • Warten Sie bitte ab, bis eventuelle Wunden verheilt sind. Ein Dammschnitt oder dessen Naht können beim Geschlechtsverkehr mitunter starke Schmerzen verursachen.
  • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie vier Wochen nach der Geburt noch vaginal bluten oder einen unangenehmen Ausfluss bemerken.
  • Haben Sie trotz aller Vorsicht und Zärtlichkeit Schmerzen beim Sex, könnte ein sehr kleiner oder unzureichend genähter Dammriss die Ursache sein. Auch das sollten Sie bitte dem Arzt anvertrauen.
  • Machen Sie, wenn Zeit ist, Beckenboden-Übungen, um die durch die Geburt geschwächte Vaginalmuskulatur wieder zu trainieren.

Das raten die Psychologen

  • Viele Frauen berichten von einer nach der Geburt zunächst sehr schwachen Libido. Weil die Schwangerschaft ihr Körperempfinden verändert hat, fühlen sie sich zu wenig sexy, um die Nähe ihres Partners genießen zu können.
  • Beim Sex sind genau die gleichen Körperregionen beteiligt, wie bei der Geburt. Viele Frauen und natürlich auch viele Männer bekommen das nicht so einfach aus dem Kopf. Deshalb haben nur etwa zehn Prozent aller Paare in den ersten sechs Wochen nach der Entbindung Lust auf Sex.
  • Es ist wichtig mit dem männlichen Partner über eventuelle Schmerzen, körperliches Unwohlsein oder Ängste zu sprechen, damit er sich nicht zurückgestoßen fühlt – das könnte zum Problem für die Beziehung werden!
  • Es kann wahnsinnig anstrengend sein, sich um ein Baby zu kümmern. Machen Sie deshalb öfters kleine Pausen, trinken Sie viel, essen gesund und machen Liebe nur dann, wenn sie dafür noch nicht zu erschöpft sind.
  • Heute ist es eher üblich, dass Männer bei der Geburt dabei sind. Regionen, die vorher ausschließlich mit Lust zu tun hatten, werden dabei natürlich auch mit Schmerz, Blut und Verletzung in Verbindung gebracht. Dieses Bild kann sich festsetzen und es kann einige Zeit dauern, bis der männliche Part den „Schock der Geburt“ überwunden hat.

Noch einige Tipps

  • Wenn Sie mit Probleme mit Ihrem Körpergefühl haben, lassen Sie es langsam angehen. Viele Frauen müssen sich erst wieder daran gewöhnen, von ihrem Partner berührt zu werden. Sagen Sie ihm das und sagen Sie, warum das so ist.
  • Wenn der Dammbereich druckempfindlich oder die Vagina trocken ist, was sehr häufig vorkommt, können Sie sich mit einem Gleitmittel auf Wasserbasis leicht selber helfen.
  • Schlafen Sie in Positionen miteinander, bei denen wenig oder gar kein Druck auf die derzeit schmerzempfindlichen Stellen Ihres Körpers ausgeübt wird. Es macht Spaß, auf diese Art erfinderisch zu sein!

Verhütung in der Stillzeit

Wenn Sie stillen, ist ein Gespräch mit dem Frauenarzt über die geeignete Verhütungsmethode sinnvoll. Sie muss sicher sein, darf aber die Milchproduktion und -qualität nicht beeinflussen und auf keinen Fall schädliche Folgen für Ihr Kind haben. Nachfolgend haben wir Ihnen eine kleine Übersicht zusammengestellt, die aber den Besuch beim Arzt nicht ersetzen sollte:

 

Pille
Die Kombinationspille gilt während der Stillzeit als ungeeignet, weil die darin enthaltenen Östrogene sich negativ auf den Säugling auswirken und die Milchproduktion reduzieren könnten. Anders verhält es sich mit der Minipille, die nur Gestagen in niedrigeren Dosierungen enthält. Sie muss jedoch täglich exakt zur selben Uhrzeit eingenommen werden, um eine gleich hohe Sicherheit zu bieten.

 

Die Pille danach
Sie ist vertretbar, wenn beide Tabletten erst unmittelbar nach dem Stillen eingenommen werden und der Säugling in den nächsten sechs Stunden nicht angelegt wird.

 

Barrieremethoden
Kondom oder Diaphragma haben keine negativen Auswirkungen. Allerdings muss das Diaphragma vom Arzt neu angepasst werden, was aber erst nach etwa drei Monaten – also nach der Rückbildung der Gebärmutter, mit der entsprechenden Sicherheit geschehen kann.

 

Dreimonatsspritze
Der Wirkstoff geht zwar in die Muttermilch über, jedoch sind bisher keine Gefahren für den Säugling bekannt geworden. Die Injektion sollte jedoch erst drei Monate nach der Entbindung erfolgen.

 

Spirale
Die Spirale kann etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt (wieder) wieder eingelegt werden und hat ab dann keinerlei negative Folgen mehr auf die Milchproduktion und die Gesundheit des Babys. Wenn Sie zum ersten Mal eine Spirale benutzen wollen beachten Sie aber bitte, dass diese Entscheidung meist für längere Zeit gilt!

 

Hormonimplantate
Das Stäbchen kann während der Stillzeit verwendet werden, da nur verhältnismäßig geringe Mengen des Wirkstoffs in die Muttermilch übergehen.

 

Vaginalring und Verhütungspflaster
Beides sollte während der Stillzeit tabu sein. Es werden Hormone freigesetzt, durch die sich die Zusammensetzung der Muttermilch verändern kann.

 

Natürliche Methoden
Verlassen Sie sich darauf nur, wenn Sie sich bei der Anwendung natürlicher Methoden ganz sicher sind und nicht erst nach der Schwangerschaft damit beginnen wollen. Durch die Hormonumstellung ist nämlich nur schwer vorhersehbar, wann sich bei Ihnen der Zyklus und damit die fruchtbaren Tage wieder einstellen!



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